Zensursula hat gelogen!

Juni 12th, 2009

Nun also doch, Zensursula hat gelogen(!). Sehr schön endlich auch mal Amtlich! :p
Wie das ganze zustande kam? Da war halt diese Anfrage der FDP bezüglich des neuen Gesetzes und leider mussten dort Informationen offengelegt werden die wohl nicht jedem so geschmeckt haben mag =).

Frage: In welchen Ländern steht Kinderpornographie bislang nicht unter Strafe?

Antwort: Dazu liegen der Bundesregierung keine gesicherten Kenntnisse im Sinne rechtsvergleichender Studien vor. [...]

 

Frage: Wie viele Server [...] stehen in Ländern, in denen Kinderpornographie nicht unter Strafe steht?

Antwort: [...] [Die Bundesregierung] hat keine Informationen über Serverstandorte in solchen Ländern.[...]

 

Frage: Über welche wissenschaftlichen Erkenntnisse verfügt die Bundesregierung im Zusammenhang mit der Verbreitung von Kinderpornographie [...]

Antwort: Die Bundesregierung verfügt über keine eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse. [...]

 

Frage: In welchem Umfang plant die Bundesregierung die vergabe einer wissenschaftlichen Studie über das Ausmaß und die Wege der Verbreitung von Kinderpornographie im Internet und Wege zur Effektiven Bekämpfung solcher Inhalte?

Antwort: Die Bundesregierung plant derzeit nicht die Vergabe einer wissenschaftlichen Studie. [...]

 

Frage: Welche Sperrlisten anderer Länder hat die Bundesregierung untersucht?

Antwort: Die Bundesregierung hat keine Sperrlisten untersucht. [...]

 

Frage: Auf welche Datengrundage stützt sich die Bundesregierung bei der Einschätzung des kommerziellen Marktes für Kinderpornographie in Deutschland?

Antwort: die Bundesregierung verfügt über keine detaillierte Einschätzung des kommerziellen Marktes für Kinderporngraphie in Deutschland. [...]


Frage: Wie Hoch schätzt die Bundesregierung die Gefahr ein, dass Anbieter und Interessenten von Kinderpornographie die Sperren für sich ausnutzen, um zu ermitteln, ob sie sich bereits im Fokus von Ermittlungen befinden? [...]

Antwort: Die Bundesregierung sieht hierin keine Gefahr. [...] [Anmerkung: sprich: technischer Sachverstand: Null.]

Die Antworten gibt es natürlich als PDF bei Odem.org(!)

Nachdem ich jetzt “gerade” den Artikel von “Heinrich Wefing” geblogged habe bin ich direkt über etwas nees gestoßen. Diesmal allerdings nicht von der Zeit sondern bei Spiegel Online von Christian Stöcker:

Die Überraschung unter den politischen Spitzenkräften Berlins in den vergangenen Wochen war kaum zu übersehen. Etwas Unerhörtes war passiert. Eine neue politisch-gesellschaftliche Frontlinie ist sichtbar geworden, eine, die das Klima in diesem Land auf Jahre hinaus prägen könnte. Die Generation C64, die erste, die mit Computern aufgewachsen ist, hat die Nase voll von Herablassung und Gängelung, will sich nicht länger an den Rand der gesellschaftlichen Debatte drängen lassen. Sie wehrt sich, mit ihren Mitteln.

Wenn man seinen Artikel so liest musste ich an vielen Stellen einfach Nicken. Schön das jemand sich mal die Zeit nimmt und wieder etwas sinvolles zu diesem Thema schreibt!

Die nächste Hürde ist geschafft: Die Petition “Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” hat 100.000 Mitzeichner.

Ein weiterer Erfolg, auf dem Weg gegen Zensursula :)

Die Petition ist weiterhin offen bis zum 16. Juni.

DPA schreibt:

“Zensursula” kann Kritiker nicht überzeugen

Berlin (dpa) – Im Grunde wollen alle das Gleiche. Das gemeinsame Ziel, Kinderpornografie im Internet zu bekämpfen, gerät aber durch den Streit über die dazu vorgesehenen Maßnahmen in den Hintergrund.

Innerhalb von 12 Stunden wurden 60 kinderpornographische Internet-Angebote gelöscht

Im Streit um geeignete Maßnahmen gegen im Internet dokumentierten Kindesmissbrauch (”Kinderpornographie”) wird von Befürwortern bloßer Sperren angeführt, dass es oftmals nicht oder nur mit erheblichem Aufwand möglich sei, die Inhalte zu entfernen oder der Urheber habhaft zu werden.

Jetzt machte Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) die Probe aufs Exempel, analysierte mit automatischen Verfahren die diversen europäischen Sperrlisten und schrieb die Provider an, auf deren Servern sich laut der Listen kinderpornographisches Material befinden soll. Mit beeindruckender Resonanz: Innerhalb der ersten 12 Stunden nach Aussenden der Mails wurden bereits 60 Webauftritte gelöscht.

Weitere Resultate und Erkenntnisse:

  • Die ersten Reaktionen bzw. Löschungen folgten bereits nach wenigen Minuten und kamen unter anderem aus den USA, Holland, Dänemark, Russland sowie Deutschland.
  • Drei der jetzt vom Netz genommenen Webauftritte befanden sich auf Servern in Deutschland.
  • Insgesamt wurden automatisiert 348 verschiedene Provider in 46 Ländern angeschrieben und über rund 1943 gesperrte vorgeblich illegale Webseiten informiert. Eine manuelle inhaltliche Analyse der Webseiten hat vorher nicht stattgefunden.
  • 250 Provider haben auf die Anfrage geantwortet, haben aber hauptsächlich legale Inhalte gefunden; mit Stichproben konnten diese Angaben bestätigt werden.
  • Zehn Provider gaben an, ingesamt 61 illegale Inhalte entfernt zu haben. Mit einer einfachen E-Mail kann man also schon viel erreichen.
  • Bei der überwiegenden Mehrheit der Webseiten, darunter einigen aus Deutschland, zeigte sich bei der Überprüfung durch den Provider, dass die Webseiten kein kinderpornographisches, teils überhaupt kein irgendwie beanstandbares Material enthielten – die Webauftritte waren folglich zu Unrecht gesperrt. In Finnland werden zudem auch mehrere inländische Webseiten blockiert, die sich kritisch mit den dortigen Internet-Sperren auseinandersetzen.
  • Die Provider wurden bislang nicht darüber informiert, dass die bei ihnen gehosteten Webauftritte auf einschlägigen Sperrlisten geführt wurden.
  • Wenn sie darauf hingewiesen werden, sind die Provider zur Kooperation bereit und entfernen illegale Inhalte umgehend.
  • Teilweise handelte es sich bei dem gesperrten Material um “gecrackte” Webauftritte, also solche, die durch Ausnutzen von Sicherheitslücken zur Verbreitung fremden Materials missbraucht wurden. Auch hier zeigten sich die Provider sehr dankbar für die Hinweise.

Die Abschaltung von Webauftritten mit kinderpornographischen Inhalten dauert nicht länger als die Übermittlung einer Sperrliste. Dies führt die Argumentation der Befürworter des bloßen Sperrens ad absurdum – es gibt keinen sachlichen Grund, strafbare Inhalte im Netz zu belassen und sie für alle einschlägig Interessierten mit minimalem Aufwand weiterhin zugänglich zu halten.

Was für eine Bürgerinitiative wie den Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur möglich ist, sollte für die deutsche Regierung und Strafverfolgungsbehörden ein Leichtes sein und die hier erzielten Ergebnisse deutlich übertreffen können.

Löschen statt Sperren – von Beginn an die Forderung des AK Zensur – ist möglich!

Aussender: Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur)
Web: http://ak-zensur.de/

Pressekontakt:
Alvar Freude
presse@ak-zensur.de
(0179) 13 46 47 1

Über den Arbeitskreis gegen Internet-Sperren (AK Zensur):

Der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) spricht sich gegen die von der Bundesregierung geplanten Internetsperren aus und fordert eine effektive Bekämpfung von Kindesmissbrauch anstatt einer Symbolpolitik, die nur das Wegschauen fördert, den Opfern nicht hilft und dafür eine Infrastruktur einrichtet, die Grundrechte der Allgemeinheit einschränkt. Er koordiniert die Arbeit der Sperrgegner, freut sich aber gleichzeitig über die vielen Aktivitäten, die dezentral on- und offline stattfinden.

Dem AK Zensur gehören unter anderem an: der Chaos Computer Club, der FoeBuD e.V, der Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft e.V. (FITUG), das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF), die MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren (MOGIS), netzpolitik.org, die Online-Plattform ODEM.org, der Trotz Allem e.V. und zahlreiche Einzelpersonen.

Ich lass dies nun einfach mal unkommentiert so stehen :) . Denke jeder der sich ein Bild der ganzen Sache gemacht hat wird erkennen was hier gerade passiert ist. Für alle anderen wird ziemlich Zeitnah bald noch etwas von mir kommen da ich natürlich meine Meinung zu dem Thema äußern möchte.

Soviel dazu…

Mai 26th, 2009

Regelmäßige updates wollte ich bringen … hat ja echt gut geklappt ;) .

Naja ich bin nun wohl wieder etwas aktiver und vorallem bereit das ganze hier mit etwas mehr Inhalt zu füllen. Als ersten Schritt bin ich erstmal auf ein neues Design umgestiegen. Da ich es etwas peinlich fand, ein Theme zu nutzen das ich nicht selbst geschrieben/modifiziert w/e habe :) . Hat mir irgendwie wiederstrebt, habe zwar diesmal auch eine “Grundlage” genommen aber auch nur um mir etwas Arbeit zu sparen b eim erzeugen des PHP Codes.

bye Kaine

Leben organisieren

Oktober 15th, 2008

Wie oft haben Leute Probleme die Aufgaben ihres Lebens zu bewältigen. Je nach Umfeld kommen dort verschiedene Dinge zusammen. Doch leider machen viele Leute sich das Leben unnötig schwer, mit nur ein wenig Organisation ist es so viel einfacher die Aufgaben effektiv zu bewältigen und nicht hoffnungslos in Arbeit zu ersticken um sich dann nur zu fragen wo die Zeit geblieben ist.

Überlegen wir also einmal was benötigt wird um etwas mehr Ordnung in das Leben zu bringen:

Kalender:

Einer der wichtigsten Bausteine überhaupt, doch selbst so etwas offensichtliches wie ein Kalender wird nicht von allen genutzt. Termine werden als Notizen (wenn überhaupt) im Zimmer verteilt in der Hoffnung man würde sie genau dann finden wenn man ihn braucht. Nicht nur das dies meist nicht klappt, es kostet auch Zeit ständig nach unsortierten Zetteln zu suchen oder sich ständig Gedanken darüber zu machen was nächste Woche oder morgen anliegt. Abhilfe schafft hier ganz klar ein Einfacher Kalender. Genug Platz um dort die Termine zu sortieren und zu hinterlegen. Ich persönlich bevorzuge Tageskalender. Da ich durch Studium regelmäßig wechselnde Termine habe und diese sich stündlich ändern können. Ein Wochenkalender hätte dort kaum die Möglichkeit alles zu hinterlegen.

Notizbuch:

Noch ein wichtiges Utensil, wer im laufe des Tages neue Aufgaben bekommt sollte diese nicht im Kopf behalten sondern möglichst schnell zu Papier bringen. Das spart Zeit und hält den Kopf frei. Notizbücher gibt es in allen Variationen und formen. Ich persönlich bevorzuge Moleskine (plain large) für Notizen. Neben Notizen ist es dort auch möglich Projekte und Aufgaben zu verwalten und Informationen zusammen zu halten. So hat man ständig die Kontrolle über alles was in der nächsten Zeit auf einen zu kommt. Und da ich öfters Ideen außerhalb der 4 Wände habe macht es sinn ein Notizbuch ständig mit sich herum zu führen.

Aus der Notwendigkeit eines Notizbuchs geht natürlich auch ein bestimmtes System hervor. Als Oberbegriff nenne ich hier einfach mal GTD (Getting things done) mit Hilfe von to do Listen. Die ohne Probleme in einem Notizbuch hinterlegt werden können. Für Projekte oder ähnliches reicht eine Inhaltsliste und dann einige Seiten zum schreiben.

Stifte:

Ist natürlich notwendig, aber ist auch eins der Dinge die jeder persönlich entscheiden muss. Was aber für alle Stifte gelten sollte: Er sollte schnell trocknen, handlich sein und ggf etwas sein womit man gerne schreibt. Dieses “gerne schreiben” hat den Hintergrund das gerade Leute die es nicht gewöhnt sind ständig Notizen zu machen vielleicht dadurch einen kleinen Motivationsschub bekommen.

So das sind schon mal die absoluten basics. Im laufe des Artikels werden noch einige Individuelle Dinge hinzugefügt.

Also weiter geht es, nun nachdem wir wissen das Termine im Notizbuch platz finden. Müssen wir uns überlegen wie wir nun diese übertragen in den Kalender. Dafür bietet es sich an morgens oder abends eine feste Zeit einzuplanen, in dieser Zeit werden die unerledigten to do’s durchgesehen und überlegt wie man diese in der nächsten Zeit unterbringen kann. Anstehende Geburtstage können einfach eingetragen werden und von der Liste gestrichen werden. Für Aufgaben wie Projekte sollten Überlegungen angestellt werden in welche Blöcke man diese sinnvoll unterteilen kann. Dabei ist es wichtig sich nicht zu viel auf einmal aufzubürden sondern lieber kontinuierlich zu arbeiten. Diese Unterpunkte können dann in den Kalender wandern. Durch diesen ersten einfachen Schritt ist es nun möglich konzentrierter zu arbeiten und Aufgaben zu erledigen. Keine Verschwendung mehr für Gedanken wie “was muss ich für morgen vorbereiten?”. Solche Fragen stellen sich einem sonst einfach zu häufig. Durch eine einfache to do Liste und einen Kalender minimiert sich das ganze auf wenige Minuten am Tag.

Als nächster Punkt ist es sinnvoll eine Art Inbox zu führen (einfach eine “echte” Box). In dieser können neu ankommende Arbeiten zwischengelagert werden. Darunter gehören dann so Dinge wie Briefe oder ähnliches. Diese können dann regelmäßig abgearbeitet werden. Dabei wird entschieden nach dringlichkeit, neue Zeitschriften müssen ja vielleicht nicht am gleichen Tag gelsen werden. Rechnungen allerdings haben meist ein festes Zeitlimit. Daher wandern Zeitschriften Beispielsweise ziemlich zügig aus der Box und werden einfach behandelt als Aufgaben die in “naher Zukunft” zu erledigen sind. Einladungen zum Beispiel sind normale Termine. Manchmal benötigen Sie eine kurze Sonderbehandlung (Bestätigung oder ähnliches) diese sollte sofern Sie innerhalb von 10 Minuten zu erledigen ist sofort bewältigt werden. Eine Planung für eine solche Aufgabe währe mehr als sinnlos. Allerdings wandert natürlich der Termin in den Kalender.

Durch dieses Inbox verfahren hat man seine zu erledigenden eingehenden Aufgaben immer kontrolliert an einem Fleck. Kein problem mehr mit verschollenen Rechnungen oder Briefen. Ein Ablagesystem für eingehende Briefe und ähnliches ist dann wieder jedem selbst überlassen. Um eine Bezahlte Rechnung dann beispielsweise wegzuheften in Order oder ähnliches. Natürlich wird in der Zeit des Internets E-Mail immer wichtiger, deswegen ist auch hier eine solche Unterteilung sinvoll!

Da nun Projekte und Aufgaben immer einen sicheren Platz haben ist es Zeit sich um selbige regelmäßig zu kümmern. Wichtig dabei ist immer den Überblick zu behalten. Wer regelmäßig Notizen schreibt und seine Termine einträgt hat abhängig von der Menge ziemlich schnell einen Haufen von Informationen die es zu bewältigen gibt. Dabei helfen regelmäßige Rituale. Jede erledigte Aufgabe sollte im Notizbuch gekennzeichnet werden. Dies sollte möglichst Zeitnah geschehen. Weiter ist es wichtig versäumtes auf dem Kalender neu zu datieren. Da es ja offensichtlich nicht erledigt wurde. Am Ende des Tages können so die Aufgaben noch einmal durchgesehen werden und gleichzeitig nochmal wichtige Notizen im Kalender eingetragen werden. Nun ist es möglich den Abend vorher deutlich zu sehen was für Morgen geplant ist und was wann erledigt werden muss. Ohne sich den Tag über Gedanken zu machen wann etwas gemacht werden muss und ob man auch wirklich alles hat. Neben den abendlichen überlegungen ist 1 mal die Woche eine Planung für die nächste Woche sehr wichtig. Zeitlich wäre zum Beispiel der Sonntag ideal. An diesem Tag können wichtige Aufgaben die für die nächste Woche erledigt sein müssen aufgeholt werden. Außerdem ist es nun Zeit sich gedanken zu machen über Aufgaben der nächsten Woche. Geburtstage und andere Termine kommen so nicht erst den Abend vorher in den Kopf und wirken nicht als Überraschung.

Wichtig ist also vorallem das zusammenspiel der Notizen mit dem Kalender, einen Geburtstag einzutragen ist schön. Allerdings macht es wenig Sinn dann zu vergessen das noch ein Geschenk gekauft werden muss. Nach einiger Zeit entwickelt man aber ein gewisses Feingefühl für diese Art der Notizen.

Vorlalem ist es wichtig das sich jeder selber gedanken über sein System macht. Wichtiger bestandteil ist immer ein Notizbuch für unterwegs und ein Kalender. Aber wie er nun genau die Umsetzung angeht ist einfach von zu vielen Randpunkten abhängig. Jedes leben ist unterschiedlich und so sollten es auch die Systeme sein. Wer regelmäßig neue Projekte hat wird sich freuen in seinem Notizbuch endlich platz für solches zu finden. Wer allerdings kaum mit solchen Projekten zu tun hat wird dies wohl eher nicht brauchen dafür aber vielleicht eine bessere Übersicht über Fitness Studio Einheiten oder ähnliches. Genau so individuell wie das leben kann auch das System sein. Wichtig ist also das man einfach den Schritt macht und anfängt darüber nachzudenken etwas zu verändern. Gerade diese kleinen Schritte ermöglichen es einem einfach mehr Kontrolle über seine Zeit zu gewinnen und vorallem so mehr Zeit zu haben …

Elektronischer Personalausweis

Oktober 8th, 2008

Wie der Kölner Stadtanzeiger in Berufung auf Koalitionskreise berichtet, soll der elektronische Personalausweis (ePa) im nächsten Jahr (2009) eingeführt werden. Grundlage dafür ist ein “… vom Bundeskabinett im September 2006 beschlossenen Programms zur Modernisierung der Bundesverwaltung..”.

Das Dokument soll in der größe einer EC-Karte kommen mit Passbild und auf einem Chip gespeicherten Biometrischen Daten (Fingerabdrücke, Biometrisches Gesichtsbild). Zusätzlich wird mit diesem Dokument praktisch erneut die E-Signatur mit PUK und PIN eingeführt. Ziel des ganzen (laut Regierungskreisen) ist es den Bürgern zu ermöglichen Behördliche Dienstleistungen gesichert über das Internet zu nutzen.

Doch offene Fragen bleiben, was kostet die Einführung dieses Passes? Bereits beim Reisepass musste eine verdoppelung der Anschaffungskosten hingenommen werden. Zusätlich kommen natürlich noch Kosten für die Terminals an Flughäfen hinzu. Beim ePa wird dies nicht anders sein, der Pass wird vorraussichtlich deutlich teurer als der jetzige Ausweis werden. Zusätzlich benötigt der Bürger zur nutzung Zertifizierte Lesegeräte die mindestens nochmal das gleiche wie der Ausweis kosten wird. Natürlich bezahlt der Bürger auch noch für die Entwicklung der Online Systeme um die Dienstleistungen überhaupt nutzen zu können.

Neben der Frage der Kosten ist natürlich auch die Frage der Notwendigkeit berechtigt. Wir haben in Deutschland kein problem mit dem jetzigem Ausweis. Er ist sehr fälschungssicher und erfüllt in allen Bereichen seine Pflicht. Einen Mehrgewinn an Fälschungssicherheit haben wir also nicht zu erwarten. Auch nicht hinsichtlich der Zusatzinformationen auf dem Pass selber. Warum? Ganz klar, die Merkmale die auf der Karte gespeichert werde, sind nicht immer optimal. Ein Fingerabdruck ist zwar weitestgehend eindeutig, hat aber natürlich auch schwächen. Durch stark beanspruchte Hände beispielsweise durch gewisse Arbeitsumgebungen sind die Informationen die von einem Fingerabdruck genommen werden können nicht ausreichend für eine spätere Identifizierung. Ganz davon abgesehen das es ja auch noch Menschen ohne Hände gibt oder solche dessen Fingerabdrücke nicht ausreichend ausgeprägt sind um diese zu speichern. Über das Bild gibt es ähnliches zu berichten, schmunzelnd nimmt man schon heute zur kentniss das viele Leute mit einem Biometrischem Bild zum Amt laufen um dort abgewiesen zu werden. Nicht selten hilft nach einer solchen Abweisung der Photograf mit hilfe von Computerprogrammen (Photoshop oder ähnliches) nach um ggf nicht symetrische Köpfe zu verändern oder Bilder zu stauchen. Wiedererkennung ist mit solchen Bildern natürlich Ausgeschlossen.

Was mich zum letztem großem Block führt, die Sicherheit der Daten. Nach den Ereignissen der letzten Jahre sollten eigentlich die Bürger hellhörig geworden sein was ihre Persönlichen Daten angeht. Beinahe regelmäßig verlieren Behörden oder Firmen Personenbezogene Daten. Die Dunkelziffer nicht mit eingerechnet. Was haben wir also zu erwarten? Ein Staat der seine IT-Sicherheit nach veralteten Standards aufbaut schützt nun also vermehrt all unsere Daten. Selbst wenn die Daten nie “verloren” gehen bleibt immer noch ein gewisses Misstrauen übrig, schon jetzt geben Behörden Informationen an andere Behörden illegal weiter. Sehr deutlich wird dies bei zum Beispiel der GEZ. Und natürlich erwecken diese Informationen begehrlichkeiten. Die eindeutige Identifizierung des Bürgers und damit die Möglichkeit den Bürger über alle Datenbanken hinweg zu analysieren eröffnet einfach dem Missbrauch Tür und Tor.

Denn wer würde denn bitte denken das der Beamte mit Zugriff auf solche Daten nicht auch nur ein Mensch ist und genau so fehler macht (Daten gehen verloren) oder aber Ziel von Erpressung oder Bestechung wird?

Die Idee der Elektronischen Signatur zum identifizieren bei Online Diensten ist an sich eine schöne Idee. Problematisch wird es aber sobald es zur Pflicht jedes Bürgers wird. Hätte eine Firma ein System eingeführt um dies zu ermöglichen hätte jeder Bürger die Möglichkeit selber zu entscheiden ob er diese Möglichkeit nutzen mag. Mit der Einführung des neuen personalausweises hat er diese nicht mehr. Es wird einfach Bestandteil des großen ganzen und wird ziemlich zügig zum festen Bestandteil des Online Altags. Die “Freiwilligkeit” ein solches System zu nutzen ist auch nur Augenwischerei. Wer auf gewissen Dienste angewiesen ist wird sich einfach beugen müssen. Zu groß sind die Vorteile die Firmen über dieses System haben. Eindeutige Identifizierung bei Online Geschäften wie Ebay oder Amazon ist doch genau das was diese Firmen sich wünschen. Genau zu wissen das derjenige der nun vor dem PC sitzt genau Person x ist um diesen bei Falschangaben auch Gerichtlich zu belangen.

Für weitere Informationen empfehle ich: