Macht Fernseh gucken dumm?

Oktober 1st, 2008

Um es vorweg zu nehmen, das aktive gucken verringert nicht die Bildung. Es liegt schließlich im ermessen des Betrachters die dort gezeigten Inhalte einzuordnen und gegebenenfalls zu interpretieren. Doch werfen wir doch einmal einen Blick auf das aktuelle Fernsehprogramm:

  • Dutzende Telenovela, Daily Sopas ..
  • Talkshows
  • Justizshows
  • Magazine
  • Familienserien
  • Polizeiserien
  • Trickserien
  • Comedyserien
  • Sitcoms
  • Dokus
  • Wissenschaftsmagazine
  • Nachrichtensendungen

Nüchtern betrachtet könnte man sich einfach über die Vielfalt des Angebotes freuen. Bei einem genauerem Hinblick allerdings ist es erschreckend was manche Leute als “Unterhaltung” ansehen oder aber glauben es würde wirklichen Informationsgehalt vermitteln.

Gehen wir also mal etwas näher auf das derzeitige Fernsehprogramm ein, wir haben Soaps und Telenovelas (alleine schon dieses Word …) dessen Informationsgehalt praktisch gleich 0 ist. Jeden Tag Unfälle, tote, Ehe Kriesen, fremdgehen oder ähnliches und das bei einer “bevölkerung” von nichtmal 20 Schauspielern. Der anspruch an eine Realitätsnähe ist schon lange nicht mehr gegeben. Aber das “normale” Leben würde sich wohl auch niemand angucken wollen.

Dann haben wir (auch wenn es in den letzten Monaten stark zurück gegangen ist) den Bereich der Talkshows. Leute aus meist sozialen Brennpunkten oder “Unterschichten” erzählen aus ihrem Leben. Schrecklich … Kind bekommen mit 14 und super glücklich, okay Vater weg keine Schulausbildung abhängig von Zigaretten und nicht selten andere Drogen probleme. Wer möchte so etwas sehen? Objektiv betrachtet wohl niemand. Schließlich gucken immer noch Menschen auf der Straße weg wenn Sie etwas sehen was nicht “Gesellschaftskonform” ist. Doch erstaunlicher weise gucken solche Programme immer noch genug Leute (offensichtlich sonst wäre eine derartige Sendung ja abgesetzt worden) . Ein Erklärungsversuch, wie sich später wohl noch bei anderen Programmen zeigt, haben die Leute ein interesse daran Leute kennenzulernen denen es noch schlechter geht als jemandem selbst. Das mag wohl damit zusammen hängen das die Menschheit immer einen gewissen Neid und Gier entwickelt. Den Sie mehr oder weniger ausleben kann. Außerdem hat wohl jede Person etwas womit Sie nicht zufrieden ist. Wenn allerdings genau dieses “etwas” bestandteil einer Talkshow ist freuen sich diese Leute zu sehen das es Leute gibt denen es noch schlechter geht.

Justizshows bilden ähnlich wie Talkshows eine wunderbare Plattform um Leuten mitzuteilen hey, es geht auch noch schlimmer! daher wechseln sich auch solche Fälle immer mit Sexual Straftaten / Betrug oder Mord ab. Wobei wir dann auch gleich wieder beim Thema sind … “Sex sales …”.

Magazine sollten eigentlich Informationen transportieren und aufbereiten für den Bürger, doch “leider” steht nirgendwo geschrieben was für Informationen dies sein sollen. Neues Sex Video von einem Promi? Schönheits Operationen? Hochzeiten von Promis? Zoff in Königshäusern? Sind das die Fragen die die Welt beantwortet wissen will? Anscheinend … Sonst wäre ja auch hier ein Rückgang der Programme zu verzeichnen.

Dokus/Wissenschaftssendungen bilden wohl noch einen großen Block (klar neben den großen Kinofilmen die nun endlich auch im Fernsehn laufen). Doch wer hier von knallhart objektiv recherchierten Fakten ausgeht irrt. Nicht selten steht bei den einschlägigen Wissenschaftssendungen das Produkt eines Herstellers im Vordergrund. Warum auch nicht, was ist besser als Plattform geeignet dem Kunden mitzuteilen wie qualitativ hochwertig seine Produkte sind als ein seriös wirkendes Wissenschaftsprogramm. Dokus sind ziemlich weit gefächert, auf jeden Aspekt dort einzugehen würde Stunden dauern. Doch auch hier sind Tendenzen zu erkennen. Wenn wieder mal Leuten aus der “Schuldenfalle” geholfen wird sind wir wieder bei den Punkten die auch schon in der Talkshow Kategorie gefallen sind. Ansonsten ist “Geschichte” ein großer Punkt bei Dokumentationen. Leider wird diese meist nicht Objektiv vorgebracht sondern einseitig erzählt. Eine neue Weltansicht wird man durch solche Sendungen also auch nicht erhalten.

Als letztes wollte ich noch auf die Nachrichten im Fernsehn hinweisen. Durch die Privatisierung von Sendern ist auch öfters eine starke Politische Färbung zu erkennen. Besonders bei Wahlen zu beobachten. Von einer Objektiven “Berichterstattung” kann hier nicht geredet werden.

Zusammenfassend gilt also das jetzige Fernsehprogramm nicht unbedingt als die Quelle allen Wissens. Leider spiegelt es auch einen Teil unserer Gesellschaft wieder, klar sonst würde es diese Sendungen ja nicht geben. Besorgt bin ich allerdings über Leute die auf dauer sich über dieses Medium “bilden” wollen. Denn diese Leute sollen die Regierung von morgen wählen. Fraglich ob diese Leute wirklich die Kompetenz besitzen solch wichtige Entscheidungen zu treffen. Abschließend heißt es also, Fernseh gucken macht nicht dumm, aber wer hofft Erleuchtung oder Bildung zu erreichen irrt.

One Response to “Macht Fernseh gucken dumm?”

  1. N/A Says:

    Das trifft es wohl alles auf den Punkt. Meiner Meinung nach macht Fernsehen doch einen Dumm. Es bindet einen und raubt Zeit mit Sendungen die weder Bilden noch etwas einem beibringen. Natürlich gibt es Sendungen die auch Sinnvoll sind, aber die sind meistens nicht so interessant wie der Müll der auf den anderen Kanälen läuft. Deshalb habe ich meinen Flimmerkasten rausgeschmissen und komme jetzt auch schön ohne diesen klar!
    Mein Kollege hat auch keinen Fernseher mehr in seiner Wohnung, weil er auch dieser Ansicht ist.

    MfG

Leave a Reply